…und gleichzeitig eines der Gefühle, über das am wenigsten gesprochen wird.
Im aktuellen Podcast mit Stephan Marks bei Hotel Matze spricht er eindrücklich darüber, wie sehr Scham unser Denken, unsere Beziehungen und unsere Gesellschaft prägt, oft, ohne dass wir es bemerken.
Das Gespräch berührt viele Themen, die uns auch im PUK seit längerer Zeit beschäftigen: die Verbindung von Scham und Menschenwürde, die Unterschiede zwischen Scham und Beschämung, Schamabwehr, Perfektionismus, Schuld und die Frage, warum Menschen andere herabsetzen oder ausgrenzen.
Scham begegnet uns überall; in Familien, Schulen, Beziehungen, sozialen Medien, am Arbeitsplatz und in gesellschaftlichen Debatten u.a.. Sie zeigt sich häufig in Rückzug, Aggression, Schweigen, Schuldzuweisungen, Perfektionismus oder dem Gefühl, „nicht gut genug“ zu sein. Oft tritt sie nicht offen in Erscheinung, sondern versteckt sich hinter Abwehr, Kontrolle, Ironie, Anpassung oder Distanz. Gleichzeitig wird Scham häufig übersehen, missverstanden oder tabuisiert, obwohl sie unser Denken, Fühlen und Miteinander stark prägt.
Umso wichtiger sind Räume, in denen offen, würdevoll und differenziert darüber gesprochen werden kann.
Vor kurzem war ich beim Multiplikator:innentreffen zum Thema Scham und Menschenwürde in Hamburg. Dort kamen Menschen aus unterschiedlichen sozialen, therapeutischen und pädagogischen Arbeitsfeldern zusammen, um gemeinsam weiterzudenken: Wie können wir das Thema Scham und Menschenwürde stärker in die Gesellschaft tragen? Wie können Räume entstehen, die Begegnung, Reflexion und Austausch ermöglichen und Menschen für einen würdevollen Umgang mit sich selbst und anderen sensibilisieren?
Besonders inspirierend war zu erleben, wie lebendig, praxisnah und relevant dieses Thema aktuell weiterentwickelt wird. Neue Ideen, Perspektiven und Vernetzungen sind entstanden und genau daraus wächst auch unsere Motivation im PUK, dieses Wissen weiterzugeben.
Wir bieten bereits Fortbildungen und Workshops zu Scham und Menschenwürde für Schulen sowie unterschiedliche soziale und therapeutische Einrichtungen an. Dabei geht es nicht nur um Theorie, sondern vor allem um Haltung, Beziehungsgestaltung und konkrete Wege, Menschen auch in schwierigen Situationen würdevoll zu begleiten.
Der Podcast mit Stephan Marks ist dafür ein wunderbarer Einstieg: fachlich fundiert, persönlich berührend und voller Gedanken, die nachhallen.
Eine klare Hörempfehlung für alle, die mit Menschen arbeiten – und eigentlich für uns alle.
